Organisationsmodelle, die Spass machen!

August 12, 2016

 

Nichts ist besser als ein gutes Beispiel. Hermann Arnold, früherer CEO und jetziger Verwaltungsratspräsident des  digitalen Verlags haufe, plädiert im jüngst erschienenen Buch "Wir sind Chef Wie eine unsichtbare Revolution Unternehmen verändert" für die Abschaffung alter Hierarchien um zeitgemäße Führung zu schaffen, die den Mitarbeitern deutlich mehr Raum gibt. So kann es gelingen nachteilige Entwicklungen hierarchischer Organisationsformen abzubauen und Unternehmen wieder stärker am Kunden auszurichten und rascher, agiler und flexibler zu machen.
 

Die veränderten Marktbedingungen, rasche technologische Entwicklungen und KonsumentInnen, die immer schwerer berechenbar sind, machen in vielen Organisationen eine laufende Anpassung der Geschäftsmodelle erforderlich.  Manche Unternehmen setzen dabei auf teure Top Manager in der Hoffung, dass diese, in einem heroischen Akt, die notwenigen Veränderungen herbeizuführen in der Lage sind. In der Praxis gelingt dies jedoch nur  oberflächlich, in der Tiefe und auf lange Sicht bleiben diese Organisationen schwerfällig und veränderungsresistent.

 

Als Gegenmittel empfiehlt Arnold agile Netzwerke, in denen es den MitarbeiterInnen ernmöglicht wird sich selbst zu organisieren und  auch operative wie strategische Entscheidungen selbst zu treffen. Damit das funktioniert, braucht es Werte und einen Satz von Regelungen, wie auch einige neue organisationale Praktiken (zB moderierte Entscheidungsmeetings, daily stand up meetings, retros, ect).

 

Als anschauliches Beispiel eines selbstorganisierenden Systems verwendet Arnold das Verkehrssystem, das mit einem Minimum an zentralen Akteueren,  mit einem überschaubaren Satz an Regelungen (StVo) und einem Set von Verhaltensregeln auskommt. Ziel dieser Veränderungen ist es, die Beziehung zu den Kunden und KundInnen zu stärken und die internen Transaktionskosten (für Information, Entscheidungen und Güter- und Leistungen) deutlich zu senken.

 

Neben den grundsätzlichen Überlegungen hat Arnold in seinem Buch eine Fülle von Hinweisen und Inspirationen der notwendigen Elemente zur Neugestaltung des Betriebssystems gesammelt. Diese umfassen etwa die Entwicklung von erweiterten Stellenprofile, die Anleitung zur Abhaltung von Wahlen für Führungskräfte, ein System zur leistungsgerechten Entlohnung und vieles mehr.

 

Wer davor noch unsicher war, wird spätestens nach der Lektüre dieses Teils überlegen, wann er/sie mit der Umgestaltung seines Bereiches oder seiner Organisation in Richtung Selbstorganisation beginnt.


Buchbewertung (max. 7 Punkte):

Lesbarkeit                * * * * *
Praxisrelevanz         * * * * * *

nötiges Vorwissen  *
Crossmedia             *

 

Hermann Arnold, Wir sind Chef, Wie eine unsichtbare Revolution Unternehmen verändert.

Verlag haufe-Lexware GmbH, Freiburg 2016; 330 Seiten, EUR 24,95

 

 

 

 

 

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