Thank god its FREITAG! Learning Journey zu einem Schweizer Pionierbetrieb.

June 13, 2017

Die FREITAG Taschen aus gebrauchten LKW Planen lassen die meisten Männer- und Frauenherzen höherschlagen. Weniger bekannt ist, dass die in Zürich beheimatete Firma, mit ihren 170 Mit-arbeiterInnen, gerade dabei ist, das revolutionäre Organisationmodell Holacracy zu erproben.

 

Im Herbst 2016 gaben die Eigentümer und Designer Daniel und Markus Freitag ihr OK zur Einführung des revolutionären "Betriebssystems" Holacracy. "Nach vielen Jahren mit klassisch hierarchischer Organisationsform", erzählt der Organisationsentwickler des Unternehmens Pascal Dulex,  "war diese Umstellung eine echte Herausforderung". Es wurde daher beschlossen nicht alle Bereiche auf einmal umzustellen. In der Produktion - hier werden die von vier Einkäufern europaweit beschafften LKW Planen aufbereitet, zugeschnitten, fotografiert und gereinigt - ist derzeit noch alles beim Alten.

 

Schwarmintelligenz als Grundprinzip

Für die übrigen MitarbeiterInnen bedeutete das Abschied von der bisherigen Hierarchie. Jede/r MitarbeiterIn übernimmt nunmehr Rollen, die sich ganz stark an den persönlich wahrgenommen Defiziten der Organisation (bei Holacracy als "tensions" bezeichnet)  ausrichten. Klassische Funktionen mit fester Aufgabenzuordnung gibt es somit nicht mehr. Die neuen  Rollen richten sich durch die besondere Art der Bearbeitung der Spannungen am Zweck des Unternehmens (purpose) aus. Die Software Glasfrog ermöglicht es den MitarbeiterInnen jederzeit Überblick über die neue Rollenvielfalt zu behalten.

 

Agiler werden

Ziel der in Gang befindlichen Umstellung ist es, das 25 Jahre alte Unternehmen insgesamt agiler, flexibler und innovativer aufzustellen, die Leitungsrollen mehr auf strategische und kreative Aufgaben hin zu entwickeln und den MitarbeiterInnen deutlich mehr Verantwortung und Spielräume zu geben. Damit soll auch das persönliche Engagement der MitarbeiterInnen für ihre Arbeit verstärkt werden. Ob das gelingt läßt sich derzeit noch nicht feststellen - zu kurz ist das Experiment erst am Laufen.

 

new ways of working

Geht man durch das Unternehmen ist die Konzentrationder MitarbeiterInnen auf ihre Aufgaben fast greifbar zu spüren. Die Besucher werden kurz wahrgenommen und dann geht es schon wieder ans Werk. Das geräumige und schick gestaltete Büro im Oerlikoner Industrieviertel hat noch einige Raumreserve für künftiges Wachstum. So können die MitarbeiterInnen sich gut entfalten. Uns wenns mal eine Pause braucht, dann lässt es sich am Trockendach des Industriebaues in der gemütlichen Cafeteria abhängen. Hier kann man aber Meetings abhalten oder sogar Outdoor sitzen. An mehr als einer Stelle wartet ein im Büro ein Designerrad auf die abendliche Fahrt nach Hause.

 

Bedachtsamer Wandel

Die Organisationsumstellung wurde auch von den MitarbeiterInnen gut aufgenommen. Nur eine Person hat deswegen das Team bislang verlassen. Das ist deutlich weniger als bei anderen Unternehmen. So verließen etwa im Fall der US Firma Zappos schon mal ein Fünftel das Unternehmen, weil sie sich mit den Veränderungen die mit den Betriebssystem Holacracy einhergehen, nicht anfreunden konnten. Aber wir sind hier eben in der Schweiz, wo alle Dinge mit Bedacht angegangen werden und betriebliche Personalentwicklung und Mitarbeiterausbildung einen hohen Stellenwert haben.

 

Bislang mit dem Change sehr zufrieden

Mit dem neuen Betriebssystem ist man bei FREITAG in Summe bislang ganz zufrieden. Einige Anpassungen hat man, so P ascal Dulex, am Betriebssystem schon vornehmen müssen, damit es im täglichen Ablauf nicht zu sehr zwickt. Das betraf insbesondere die aufwändigen Holacracy Schulungen für die MitarbeiterInnen. Hier wurden bald einfachere Formate entwickelt. Auch die sogenannte "Constitution" (die, von der Unternehmensleitung beschlossene "Verfassung" regelt die grundlegenden Strukturen und Abläufe der Organisation) wurde bereits mehrfach angepasst. Auch ein Akt der Agilität, wie der Organisationsentwickler schmunzelnd anmerkt.

 

 

 

 

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